Auf in die Ferien!

Wie versprochen schreibe ich heute etwas über die Möglichkeiten, die man als Gastfamilie hat, wenn es um die Urlaubszeit mit oder ohne AuPair geht.
Natürlich hat da jede Agentur so ihre eigene Meinung. Ich werde Ihnen meine als Agentur und meine als Gastmutter vieler AuPairs sagen.

Ihrem AuPair steht bei einem Aufenthalt von 12 Monaten ein bezahlter Urlaub von 4 Wochen zu (pro Monat des Aufenthaltes 2 Tage).

Planen Sie als Gastfamilie einen Urlaub können Sie entscheiden, ob Sie Ihr AuPair mitnehmen möchten. Üblicherweise wird dies so gehandhabt, wenn es sich um Urlaubsländer handelt, für die das AuPair ein Visum hat (alle Schengen-Staaten und ein paar quirlige Sonderstaaten – die genaue Liste können Sie bei uns anfordern).
Das AuPair bekommt dann die Urlaubskosten von der Familie bezahlt und hilft etwas bei der Kinderbetreuung mit. In diesem Fall wird die Urlaubsdauer von dem Urlaubsanspruch Ihres AuPairs abgezogen (Urlaubstage-Vordruck! Siehe Post von letzter Woche). Diese Tatsache müssen Sie dem AuPair vorher klar machen.
Bitte stellen Sie sicher, dass es auch für Ihr AuPair ein Urlaub wird. Natürlich ist es selbstverständlich, dass hin und wieder Babysitting angesagt ist, aber wenn Ihr AuPair den ganzen Tag mit Ihren Kindern am Strand sitzt, hat es keinen Urlaub.
Definitiv NICHT empfehlen möchte ich Ihnen die Möglichkeit, den Urlaub mit der Gastfamilie als 50% Arbeitszeit und 50% Urlaubszeit zu deklarieren und zu erwarten, dass das AuPair beim Kochen, Tischdecken, Kinder am Pool beaufsichtigen mithilft. Sie mögen Glück haben, und Ihr AuPair beschwert sich nicht direkt bei Ihnen, aber sicherlich bei uns oder bei ihrem „Tagebuch“ (Facebook, Chat,…). Lassen Sie es lieber sein.

Als Gastmutter habe ich es folgendermaßen gehandhabt (meine Familie und meine AuPairs sind gut damit gefahren):
Bei Urlauben, bei denen wir in Länder außerhalb der Schengen-Zone geflogen sind, sind unsere AuPairs nicht mitgekommen (zu kompliziert mit Visum und zu kostspielig für uns). Die AuPairs haben in der Zeit Haus- und Tier-Sitting gemacht. Wir haben den Kühlschrank gefüllt, Tierfutter gelagert und die AuPair-Geldbörse mit 50 Euro für jede Urlaubswoche gefüllt. Die AuPairs hatten keine Aufgaben als nur tagsüber ausreichend da zu sein, um Hund und Katzen zu füttern und mit dem Hund Gassi zu gehen. Vor unserem Abflug gab es klare Anweisungen: Kein Besuch in unserer Abwesenheit,  bei Problemen direkt bei uns anrufen, Pflanzen nicht gießen, die Zeit ohne uns genießen.

Da die Mädels wegen des Haus- und Tiersittings die Trierer Region nicht verlassen konnten und auch jeden Tag ausreichend lang zu Hause sein mussten, haben wir diese Zeit nicht als Urlaubszeit gesehen. Somit ist den AuPairs kein Tag von ihrem Urlaubsanspruch entgangen. Wir waren froh, dass der Hund gut versorgt wurde und die AuPairs waren froh, dass sie zwei Wochen einen recht einfachen AuPair-Job hatten.
Fuhren wir aber nach Südfrankreich so nahmen wir Sack und Pack mit. Also auch AuPair und Hund. Nichts ist schöner als mit nicht schwimmenden Kleinkindern und Pool im Garten ein AuPair dabei zu haben. Herrlich! Buch lesen, Spaziergänge machen, lange schlafen! Die AuPairs haben sich morgens um unsere Frühaufsteher-Kinder gekümmert und ihnen was zu trinken und essen gegeben (Mama und Papa lagen derweil mit Tee und Buch im Bett). Wenn die kids keinen Lust auf den Markt hatten, blieben sie mit den AuPair zu Hause und es waren die AuPairs, die unermüdlich mit den kids Quartett gespielt haben oder mit Schwimmnudeln und anderen wassertauglichen Ausrüstungen im Pool die Kinder bespaßt haben.
Wir haben allerdings immer darauf geachtet, dass die AuPairs ganz genau wussten, wann Arbeitszeit ist und wann wir sie nicht behelligen würden. Für die AuPairs war es also Arbeitszeit an einem Urlaubsort und für uns war es Luxus.

Sie werden jetzt sagen, dass Sie aber ihrem AuPair nur in der Zeit, in der Sie selbst im Urlaub sind auch Urlaub gewähren können. Dann haben Sie folgende Möglichkeiten:
  1. Lassen Sie das Haus- und Tiersitting weg und geben Sie ihrem AuPair komplett frei, wenn Sie weg sind (es kann dann Freunde oder Familie in Deutschland besuchen, Heimaturlaub machen oder einfach die Zeit zu Hause „abchillen“)
  2. Gewähren Sie dem AuPair den letzten Monat des AuPair-Aufenthaltes als Urlaubsmonat (das neue AuPair kann dann übernehmen und das alte AuPair in Urlaub fahren bevor es entweder ins Heimatland zurück kehrt oder mit dem Studium/Ausbildung/FSJ beginnt)
  3. Vereinbaren Sie mit ihrem AuPair die Urlaubzeit in kleinen Dosen einzunehmen. Also nicht zwei Wochen am Stück, sonder da mal 4 Tage und dort mal 3. In diesen Tagen können Sie die Kinderbetreuung womöglich mit einer Oma oder einer Freundin gewährleiten.
Jede andere Urlaubslösung ist nicht zu empfehlen, da es zu unklar für das AuPair ist und zu Problemen zwischen Ihnen und dem AuPair führen kann. Vergessen Sie nie, auch wenn das AuPair nickt oder „ja“ sagt: Höchstwahrscheinlich hat es nur die Hälfte verstanden. Also machen Sie die Sache nie kompliziert.

Nächste Woche erzähle ich Ihnen was Sie tun können, wenn Ihre Kinder und Ihr AuPair dazu neigen wie Kampfhähne aufeinander loszugehen. (Ja, gibt es auch!)

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: www.fair-pair.de
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