Bewegung der Kulturen

Migration, Bewegung von einem Land zum anderen, von einem Kontinent zum anderen, das ist seit 13 Jahren unser tägliches Thema hier in der Agentur. Eigentlich will ich mich nicht politisch äußern und oft sage ich sogar, ich sei unpolitisch. Aber das kann nicht stimmen. Jeder ist politisch, vor allem jemand wie ich, der selbst Flüchtling ist.
Man hat bis vor kurzem Flüchtlinge und Migranten in einem Atemzug genannt. Aber ein Migrant wägt Optionen ab und bewegt sich von einemLand ins andere, um dort zu leben. Ein Flüchtling flieht. Das hat eine ganz andere Dynamik.
Wir leben in einer bewegten Zeit. Zeit voller Veränderungen. Veränderungen für beide Seiten: für die, die fliehen müssen und die, die diese Flüchtlinge aufnehmen. Von seiner Natur her mag der Homo sapiens keine großen Veränderungen. Und für die Deutschen bedeutet es eine große Veränderung, wenn Sie Ausländer in einer Zahl aufnehmen, die noch nicht abzusehen ist. So kommt zu der unliebsamen Veränderung auch noch die Unsicherheit dazu. Und Unsicherheit über einen längeren Zeitraum hinweg kann der Mensch nicht gut verkraften. Es stresst ihn. Er bekommt Angst.
Laut der R+V Angststudie 2015 ist die Angst vor Ausländern dort am größten, wo keine sind. Wenn der Mensch keine Erfahrung mit etwas hat, in unserem Fall mit den Ausländern, hält er gerne Distanz. Er beobachtet. In unserer Zeit geht er zum Beobachten nicht vor die Höhle, oder auf die Straße und auf den Marktplatz, heute beobachtet der Mensch die Medien. Er nimmt unterbewusst das als wahr und gegeben, was in den Medien über die Flüchtlinge/Ausländer gezeigt wird und kann so die größten Befürchtungen und Ängste entwickeln.
Hat der Mensch allerdings Kontakt mit anderen Kulturen / Ausländern macht er sich weniger Sorgen, hat er weniger Angst, weniger Stress.
Ich möchte unsere Gastfamilien, die unsere AuPairs aus anderen Kulturen aufnehmen beglückwünschen. Sie tragen aktiv und entschlossen dazu bei, dass ihre Kinder in ihrer eigenen Sicherheitszone – dem FamilienHeim – andere Kulturen kennen lernen und positive Erfahrungen mit Ausländern haben. Diese eigenen, realen, physischen Erfahrungen in der Prägungsphase des jungen Homo sapiens setzten sich tief im Gehirn fest. Daran kann so schnell in Zukunft niemand rütteln.
Ich bin dankbar dafür, dass wir hier ein Geschäft führen, dessen Kunden jeden Tag des Jahres wortwörtlich weltoffen sind, und nicht nur über Migration und das politisch korrekte Verhalten Ausländern gegenüber sinnieren und debattieren. Sie leben es.
Ihre Lene Borgers

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